Hallstadt

(Oberfranken)


 

Familie um 1900

 

In dem unweit von Bamberg gelegenen Industrieort Hallstadt wandte man sich in den letzten Jahren der Tracht zu. Besonders bemühte sich die Frauenorganisation der Kreis- und Ortsbäuerinnen um die Wiedereinführung der Tracht. Dabei konnte man bei der Trachtenerneuerung nicht von einem Gewand des 18. Jahrhunderts ausgehen, aber das Ende des 19. Jahrhunderts hinterließ soviel Anhaltspunkte, daß es möglich war, mit diesen eine neue Tracht zu entwerfen. Eine entscheidende Veränderung erfuhr die weibliche Kopfbedeckung. Ein Kopftuch trat an die Stelle der Flügelhaube.

Die männliche Kleidung ist vollständig durch die Verstädterung geprägt.

 

 

Trachtengruppe des

Bayerischen Bauernverbandes

in der alten Festtracht und in der sog. "Erntetracht"

( 1983 )

 

Im Rahmen der Trachtenerneuerung wurde die bis in die jüngste Zeit vorhandene sog. "Erntetracht" wiederbelebt. Die Frauen tragen einen faltenreichen schwarz-rot oder blau-schwarz karierten Wollstoffrock. Das Mieder ist rot-weiß gestreift. Die hellen Schürzen haben dezente blaue Streifen. Ein über der Brust gekreuztes Schultertuch besteht ebenso wie das Kopftuch aus weißem Leinen. Ergänzt wird die Kleidung durch einen hellen, blau- oder schwarzgetupften Kittel.

Die Männer ziehen zum weißen Leinenhemd schwarze Überfallhosen an. Das besondere Schmuckmuster stellen die breiten, mit reichem Blumenmuster bestickten Straminhosenträger dar. Als Kopfbedeckung dient ein heller, breitrandiger Strohhut, den ein Band und Blumen zieren.

 


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