Haunstätten

(Mittelfranken)


 

 

Haunstätten

(Landgericht Kipfenberg)

Die katholische Bevölkerung verwendete gerne bunte, besonders hellrote Farben für ihre Kleidung im Gegensatz zu den Protestanten, deren Gewänder meistens dunkler und gedeckter gewesen sind. So waren beispielsweise rotgestreifte Röcke, wie auch bei der Haunstätterin dargestellt, sehr beliebt.

Das langärmelige Samtoberteil zeigt in Schnitt und Gestaltung die Zeit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Taille ist hoch angesetzt und die Ärmel sind wattiert und in der typischen Keulenform ausgebildet.

Auch die Bindeart des bunten Seidentuchs, das von vorne nach hinten locker um den Hals gelegt wurde und dessen Enden einmal umschlungen, am Rücken herabhingen, verweist auf die Zeit vor 1850. Über dem Haarknoten sitzt die Haube der Ledigen in den Farben Hellblau und Schwarz. Über der grünen Schürze erkennt man den typischen katholischen Silberschmuck aus Erbsketten, Talern und Figuren, der als Charivari bezeichnet wird.


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