Helmbrecht

(Oberfranken)


Einst vom Kleinbauerntum und der Handweberei geprägt, entwickelte sich Helmbrechts zu einer bedeutenden Textilstadt. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts war die Volkstracht von modischen Einflüssen gekennzeichnet.

Im dortigen Heimatmuseum befindet sich ein Häubchen aus dem 18. Jahrhundert, dessen Haubenfleck mit silbernen und goldenen Metallfäden, Pailletten und Glasperlen bestickt ist. Ferner existieren dort noch weiße und bunte Strümpfe, wobei die ausgestellten Brautstrümpfe kunstvoll mit Glasperlen und Monogramm verziert sind.

1924 wurde der "Musik- und Trachtenverein Helmbrechts" gegründet und 1936 präsentierte sich ein erstes Paar in der alten Helmbrechtser Tracht. Mühevoll waren alte Trachtenteile aus Helmbrechts und Umgebung zusammengetragen worden, die Vorbild für die erneuerte Tracht sein sollten.

 

 

Erneuerte Volkstrachten in Helmbrechts nach einem Vorbild des 19. Jahrhunderts
Erneuerte Tracht aus dem Umland von Helmbrechts in Anlehnung an die Tracht des 19. Jahrhunderts
 

 

Mitglieder des

Musik- und Trachtenvereins

Helmbrecht in erneuerter Tracht

 

Die Frauen tragen zu dem hochgeschlossenen, mit Spitzen besetzten weißen Leinenhemd einen Miederrock. Auf dem faltenreichen, meist roten, braunen oder grünen Wollrock sind unten Borten aufgesetzt. Das in der Regel schwarze Mieder besitzt einen u-förmigen Ausschnitt. Borten zieren die bunt gemusterte Seidenschürze. Schwarz ist die Grundfarbe des mit Fransen besetzten Schultertuches, dessen Enden in den Miederausschnitt gesteckt werden.

Die Kopfbedeckung bildet ein schwarzes Häubchen mit Bändern und Schleifen. Der Haubenboden wird nach Originalvorlage bestickt.

Stärker als der Frauentracht ist der Männertracht die Erneuerung anzusehen. Zu der schwarzen Stoffkniebundhose wird eine dunkelblaue bis zur Taille reichende Jacke mit Stehkragen und beidseitigem Knopfbesatz getragen. Die roten oder grünen Westen sind mit Blumenmustern bestickt. Das Material des schwarz-weiß-gestreiften Halstuches ist Baumwolle oder Seide. Vorübergehend diente als Kopfbedeckung eine Ballonmütze, die aber mittlerweile, der Tradition gerechter werdend, einem schwarzen Filzhut, dessen Krempe hinten steil hochgeschlagen wird, gewichen ist.

Männer und Frauen tragen weiße Strümpfe und schwarze Halbschuhe.

 


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