Marktredwitz - Leutendorf

(Oberfranken)


In der ehemals selbständigen Gemeinde Leutendorf konstituierte sich 1924 der Heimat- und Trachtenverein "Siebenstern". Von der zunächst getragenen Gebirgstracht wandte sich der Verein 1985 ab. Seit diesem Zeitpunkt stehen die heimische Tracht und das Brauchtum im Mittelpunkt des Interesses. Die durch die Bezirkstrachtenberatung erneuerte Tracht ähnelt nicht der Marktredwitzer Stadttracht. Auswirkungen auf das Aussehen der Kleidung hatte zweifelsohne die einstige Zugehörigkeit von Leutendorf zum markgräflichen hohenzollernschen Gerichtsbezirk Wunsiedel.

Die erneuerte Männertracht, aus hellblauem Rock, roter Weste und bocklederner Hose bestehend, gleicht der um 1800 getragenen Kleidung. Gab es um 1800 sowohl den Schaufel- als auch den flachkrempigen Filzhut, so ist ersterer heute von letzterem verdrängt worden.

Bei der Erneuerung der Frauentracht bildete die historische Überlieferung das Vorbild für Schnitt und Farbkombination. Die Tracht besteht aus Miederrock, Schürze, Hals- oder Schultertuch. Eine Eigenart des schwarzen Wollstoffmieders ist der keilförmige Einsatz aus dem Rockstoff. Über dem Einsatz ist eine Brustschnur aus silbrigen Metallkettchen angebracht. Der Rock, der von unterschiedlicher Farbe sein kann, so z.B. rot, rotbraun, blau oder grün, hat hinten gezogene Falten. Farblich sind Schürze und Schultertuch jeweils auf den Miederrock abgestimmt. Den Haubenfleck des auch hier getragenen "Bayreuther Neschenhäubchen" ziert - dem Vereinsnamen entsprechend - der Siebenstern.

 

 

 

Erneuerte Tracht des

Heimat- und Volkstrachtenvereins

"Siebenstern"

(1985)


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