Mistelgau

(Oberfranken)


" Hummelgau "

 

Der Bauer und die Bäuerin mit ihrer, auch für damalige Verhältnisse schon altertümlichen Tracht, sind aus Mistelgau. Der Mistelgau, im Volksmund auch "Hummelgau" genannt, liegt im Südwesten von Bayreuth; bei Lipowsky heißt es: "Dieser kraftvolle, größtentheils von Kartoffeln und schwarzem Brod lebende Naturmensch, der sich seinen stets modernen Winter- und Sommer-Rock von Werschet (ein sogenannter grober Zeuch von gemeiner Schafwolle) selbst webet ... kennt einen einzigen Luxus-Artikel, und dieser bestehet in dem Hosenträger, den er nach der Beschaffenheit seiner Finanzen, mehr oder minder reich mit Glasperlen, die ihm die benachbarten sogenannten Glas-Paterlhütten zu Warmensteinach ... liefern, auch mit Stahl- und Silber-Perlen verziert. Zu eben diesem Luxus gehört der tücherne Brustlatz, gewöhnlich von grüner Farbe.

 

 

 

Mistelgau um 1820

 

Mistelgau um 1900

 

 

 

Eine Gruppe von Kerwa-Burschen

und - Madla

aus Mistelgau

um 1900

In diesem Gebiet hat sich die Tracht lange und besonders ursprünglich erhalten. Bei dem Paar rechts handelt es sich um ein Brautpaar, bei den Bauern im Hintergrund um die allgemeine Sonntagstracht.

Der Hut des Bräutigams, eine Abart des Dreispitzes, hat den eigenartigen Namen "Nebelspalter".

 


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