Nürnberg

(Mittelfranken)


 

Aus ferner Vorzeit her stammt diese Bauerntracht.

Nach Franken hat sie einst der Wenden Volk gebracht,

Doch bald wird sie im Lauf der Zeit verschollen seyn,

Die Mode bricht jetzt selbst in Bauernhütten ein.

( um 1850 )

 

Die als Knoblauchsbäuerin bezeichnete Frau ist mit einem grünen, nur gerade über die Knie reichenden, plissierten Rock dargestellt, der über den Hüften mit einem "Bausch", einem mit Schafwolle gefüllten Säckchen, unterpolstert ist. Die Saumkante ziert eine breite Borte. Besonders auffällig sind dazu die auch immer wieder beschriebenen grünen Strümpfe.

Die Gemüsebauern im Norden von Nürnberg hielten sehr lange an den alten Formen ihrer Kleidung fest. Ihre Tracht war das Markenzeichen für den Verkauf ihrer Produkte in der Stadt Nürnberg.

Die Wurzeln des roten, geschnürten Mieders, das unter der kurzen schwarzen Jacke hervorschaut, liegen auch schon einige Jahrhunderte in der Kostümgeschichte zurück. Ebenso unterstreicht die altertümliche Kopfbedeckung mit weißer kunstvoller Unterhaube die charakteristische und für alle Verbraucher unverkennbare Tracht der Knoblauchsbäuerinnen.

 

 

 

Knoblauchsbauern um Nürnberg

 

Knoblauchsbäuerin

in Nürnberg

 

 

Knoblauchs-Bauer

in Nürnberg

 

Die Darstellung des Knoblauchsbauern zeigt wie die der Frau eine längst vergangene Tracht. Vor allem zeugt davon die lange rote Weste aus dem 18. Jahrhundert und die Pelzkappe unter dem Dreispitz. Der schwarze Gehrock aus "Zwillich", wie er beschrieben wird, weist große Seitentaschen mit breiten Klappen auf.

Zu seiner schwarzen, enganliegenden Lederhose trägt der Gemüsebauer auffallende gewebte, hellblaue Stümpfe. Die niederen Schuhe mit Schnallen vervollständigen die historische Tracht, die schon um 1850 als solche bezeichnet worden ist.

 


 

Nürnberg um 1815

 

Der bayerische Landsturm, nach einer aquarellierten Zeichen von Johann Adam Klein am 13. Oktober 1815.

Der Landsturm ist ausgerückt anläßlich der Durchreise des Zaren Alexander v. Rußland.

 

Die Bürgerinnen und Mägde in Nürnberg tragen keine Kleidung mehr, die man - von der Haube der Bürgersfrau vielleicht abgesehen - als eine typisch nürnbergische Frauentracht ansprechen könnte.

 

 

Nürnberg um 1820

 

Nürnberg um 1825

 

Dem Nürnberger Maler Adam Klein ist es zu verdanken, daß wir nicht nur wissen, wie die Trachten der Bauern ausgesehen haben, die nach Nürnberg auf den Markt gekommen sind, sondern auch, wie es um die Fuhrwerke und die Beschirrung der Pferde bestellt war.

 

Der Bauer und die Bäuerin sind aus der Umgebung von Nürnberg. Auffallend ist hier das haubenförmige Kopftuch unter der Pelzhaube der Frau. Typisch für den Mann in weiten fränkischen Gebieten ist die rote Weste und der Schaufelhut.

 

Bei Nürnberg um 1820


 

Museum für Kommunikation Nürnberg

 

Postkutsche mit 9-sitzigem Coupe;

Männer: kgl. Bayer. Postuniformen um 1900,

Kutscher und Postillion in Postillionsuniformen um 1900

Damen in Reisekleidung um 1900

(Oktoberfestzug 2003)

 

 

 

 


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