Schwabach

(Mittelfranken)


In Schwabach nahm die Textilproduktion nach dem 30jährigen Krieg unter der markgräflich-ansbachischen Politik insbesondere durch die Ansiedlung der wegen ihres protestantischen Glaubens aus Frankreich vertriebenen Hugenotten einen bedeutenden Aufschwung.

 

 

Baumwolle, Wolle, Leinen um 1810/20

(Rück- und Vorderansicht)

 

Die Tracht nimmt in ihrem Schnitt das Vorbild des Empire auf. Die Taille des Leibrocks und des Mutzens ist unmittelbar unter der Brust angesetzt. Der Mutzen und der Rock sind aus kleingemustertem Kattun in dunkelbraun, gelb und blau gefertigt, während die Schürze aus "Zitz", einem besonders aufwendig bedrucktem Baumwollstoff mit sechs Farben genäht ist.

Der Rock ist ganz mit naturweißem Wollstoff unterlegt und der Rücken ist bis zu den Seitennähten des Leibchens in ca. 1,5 cm tiefe Falten plissiert, die nach 9 cm von oben mit einem Faden gehalten sind, so dass zusammen mit der hochangesetzten Taille eine relativ schlanke Silhouette entsteht. 5 cm über dem Saum schmückt ein 3,5 cm breites Samtband den Rock. Der Leib ist aus dunkelgrünem Tuch der bis zum Ansatz des sechs fächerigen Boschen in der hinteren Mitte und bis über das Vorderteil herunterreicht, ist am Rand mit einer 3 cm breiten Rüsche und einem ebenso breiten Samtband verziert. Die Rüsche wird gearbeitet, indem ein gerader Streifen an einer Kante mit der Hand rolliert und überstochen wird, um dann mit diesem Faden die Weite zur Rüsche zusammenzuziehen.

Der Saum des Mutzens ist mit einem Samtband eingefasst. Der schmaleingesetzte Ärmel ist am Bündchen wie der Kragen geschmückt. Der Mutzen ist mit einem groben Wollstoff gefüttert.

Die Schürze ist aus zwei Stoffbahnen in der Mitte zusammengenäht und über die gesamte Breite gleichmäßig unter dem Bund eingehalten.

 


 

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