Fränkisches Lehrbuch für dumme Ausreden

Lektion 6


Der Franke als mildtätiges Wesen

 

Immer wenn du am Samstagvormittag durch die Stadt bummelst, wirst du an jeder Straßenecke durch das Scheppern einer Sammelbüchse, die dir ein Nachwuchsvertreter in den Bauch rammt, aus deinen schöpferischen Gedanken aufgeschreckt.

Da du ein zu waaches Gemüt besitzt, ist es dir nicht möglich, dein Auge ständig so furchterregend blitzen zu lassen, daß die Sammler schon in zwanzig Metern Entfernung von dir erschrocken abdrehen. Was kannst du trotzdem sagen, damit dein Gerschtla in voller Höhe in deinem Geldbeutel bleibt?

1. "Ich hob scho mindestn zwälfmol!"

2. "Ich mißt selber amol verschickt wern!"

3. "Leider ka Klaageld!"

 

Du hast dich von der nach Mallorca fliegenden Nachbarin breitschlagen lassen, drei Wochen lang ihre Zimmerlinden, Gummibäume, Kakteen usw. regelmäßig und liebevoll zu gießen. Du ahnst, daß dir die Nachbarin dafür zum Lohn eine Flasche spanischen Süßwein mitbringen wird, den du nicht magst.

Deshalb verdrängst du die Blumen der Nachbarin aus deinem Gedächtnis und denkst erst wieder daran, als sie braungebrannt und zorngerötet an deiner Wohnungstür klingelt.

Wie kannst du beweisen, daß du an der eingetretenen Dürrekatastrophe unschuldig bist?

 

1. "Des wundert mi aba fei wärklich! Es hat nämlich die ganza Zeit grengt in Bareith!"

 

2. "Am Wasser liecht's gwieß net. Des hamma aamerweis niebergschlaaft!

Meechlicherweis wor des a Trotzreaktion von Ihra Blumma. Erscht neiligst hobbi glesn, daß die a richtigs Seelnlebn ham und wie a Mensch reachiern, wenn ihnan wos net baßt.

Wohrscheinlich ham sa Selbstmord gmacht. Sowos soll vorkumma."

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