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Waale in Franken

 

 

 

 

Die "Road"

Alte verbriefte Rechte regeln die Wasserverteilung. Die Verteilungsfolge heißt Road und bezieht sich auf die Tage in denen das Bewässerungswasser reihum geht. Roaden können von ein paar Tagen bis zu drei Wochen dauern. Lange Zeit waren Sonntage ausgenommen, weil die Sonntagsruhe eingehalten werden musste oder weil an dem Tag das Wasser den Kirchgütern zustand. Später gab es dafür eine zusätzliche Road - Ordnung.

Je weniger Wasser vorhanden ist, um so komplizierter sind die Regelungen. Ein Road -Tag zerfällt in Weilen, in Tag- und unbeliebte Nachtweilen. Weilen konnten unterschiedlich lang sein. Als Zeitmaß dienten Sonnen- und Schattenzeichen an landschaftlich markanten Punkten, Sonnenuhren oder auch der Stand des Mondes. Da sich die Weilen auf Sonnenzeichen bezogen, ging auch die Uhr des Waalers anders, bis zu 45 Minuten vor oder nach im Verhältnis zur MEZ.

Die Wassermenge eines Hauptwaales wird in "Fürch" gemessen; eine Furch Wasser führt 30 bis 40 Sekundenliter. Bei genügender Wasserausschüttung konnten bis zu sechs Bauern gleichzeitig wassern. Bei großer Wassernot wurde gespart, d.h. die Wasserzeit verkürzt: floss statt der sechs Fürch nur eine Furch, wurde die Wasserstunde durch sechs geteilt. Ein Bauer "hatte das Wasser" dann nur für zehn Minuten, kam gerade auf seinem Feld an, als es auch schon wieder ausblieb.

Roadtage wurden vor der Waaleinkehr vor versammelter "Gmain" im Frühling ausgelost.

 

 


 

Das Frammersbacher "Sexerbuch"

 

Das Archiv der Marktgemeinde Frammersbach ist im Besitz einer 304 Seiten umfassenden, in seiner Art einmaligen frühen Papierhandschrift, dem sog. "Sexerbuch" mit "Abmarkungsniederschriften" über fast zwei Jahrhunderte hinweg (1572 bis 1764).

Es handelt sich um die Protokolle eines sog. Sechser-Gremiums (bestehend aus Feldmessern, Landleitern und Steinsetzern), einem Unterausschuss des Dorfgerichts, der sich mit Gemarkungsstreitigkeiten beschäftigte und diese im "Sexerbuch" festhielt. Wir gewinnen dort einen sehr anschaulichen Einblick in die alltäglichen Probleme, die sich durch das enge Zusammenleben der Menschen in der dörflichen Gemeinschaft entwickelten und wie sie gelöst wurden. Aus dem "Sexerbuch" geht hervor, dass die Talwiesen in der gesamten Frammersbacher Cent bewässert wurden und dass die "Sechser" maßgeblich die Bewässerungsorganisation beeinflussten. Sie legten Breite und Tiefe der Hauptgräben fest, bestimmten, wer für den Unterhalt der Anlagen zuständig ist, wer Nutzungsrechte hat und setzten Fristen. Grabenbeschädigung stellten sie unter Strafe; einen Gulden hatte abzugeben, wer auch nur mit einem rath in dem graben auf- undt eingefahren hetten oder widerrechtlich Wasser aus einem Graben abzieht. In der Spätphase dieser Aufzeichnung (ab 1701) wurden unter den "Sechsern" bestimmte Personen als Grabenbeseher beauftragt, die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen.

Für das 17. Jahrhundert existieren archivarische Belege in Form einer Wässerordnung für den Rienecker Bereich (1618=). Aus dem Jahre 1759 stammt schließlich die älteste im Detail geregelte Wässerordnung.

 

Auszüge aus  Wässerordnungen

(in Franken)

 

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