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Waale in Franken
 

 

"Waalorte"

(Wiesenwaale)

 

Mit größter Sorgfalt wurden die Rinnensysteme des Wiesenwaals angelegt.

(bei Frammersbach/Unterfranken)

 

"Felder ohne Wasserzufuhr galten als ziemlich wertlos"

 

Wiesen - Seitenwaal

(Fränkische Schweiz)

 

Zu wenig Wasser führt bei Nutzpflanzen zu Kümmerwuchs und Notreife.

Die ersten gesicherten Daten treten im 12. Jahrhundert auf, wo zwischen "Mühlkanälen" (Fluvius molendinorum") und Wasserläufen zum Bewässern ("Aqueductus irrigande") unterschieden wird.

In den Rechnungsbüchern des Andechser Ministerialen Mainhards II. (1259-1295) und seiner Nachfolger finden sich konkrete Hinweise auf den Bau von Waalen.

Spätere Waalbauten stehen im Zusammenhang mit den spätmittelalterlichen Flurerweiterungen und sind oft ein Ausbau bereits bestehender Systeme.

 

 

 

 

Altencreußen (Oberfranken)

Alladorf

Almannshof (Lkr. Ebermannstadt)

Breitenbach (Lkr. Ebermannstadt)

Buch am Sand

Burgkunstadt (Nähe Kulmbach)

Burggrub

Buttenheim bei Bamberg

Dietzhof

Ebermannstadt (Oberfranken)

Gottschalk

Heiligenstadt (Oberfranken)

Heinersreuth (Lkr. Bayreuth)

Hesselbach (Lkr. Kronach)

Höfen

Kersbach (Lkr. Forchheim)

Kirchenlamitz

Kirchlauter (Lkr. Ebern)

Küps (Lkr. Kronach)

Laineck (Lkr. Bayreuth)

Lanzendorf (Lkr. Bayreuth)

Lochau

Mistelbach (Lkr. Bayreuth)

Mistelgau (Lkr. Bayreuth)

Münchberg (Oberfranken)

Naila (Oberfranken)

Oberhöchstadt

Oberleinleiter

Oberweilersbach (Lkr. Ebermannstadt)

Partenfeld (Lkr. Kulmbach)

Peesten (Lkr. Kulmbach)

Rabenstein

Ramsenthal (Lkr. Bayreuth)

Reizendorf (Lkr. Pegnitz)

Reuthlas (Lkr. Münchberg)

Rüssenbach (Lkr. Ebermannstadt)

Sachsendorf (Lkr. Ebermannstadt)

Schwarzach

Schweinsbach

Steinberg

Seukenreuth (Ortsteil v. Schwarzenbach)

Schaumberg (Burgkunstadt)

Wahl (Lkr. Stadtsteinach)

Tennenlohe (Nähe Nürnberg)

Theisenort

Triebenreuth (Lkr. Stadtsteinach)

Truppach (Lkr. Bayreuth)

Untersteinach (Lkr. Stadtsteinach)

Waizendorf (Lkr. Kulmbach)

 

Waal mit Graben und Schütt an Rittersitz (Burgstall) gelegen

Waalstatt

Waal mit Graben und Schütt

Waal mit ritterlicher Behausung nachweisbar

Waal mit Graben und Schütt (Waalstatt)

urk. Waalstatt

Waalstatt

Waal mit Graben und Schütt

Waal an einem Rittersitz gelegen

Waal - trugen vorher und nachher einen burgähnlichen Bau

Waal an einem Rittersitz bzw. Schloss gelegen

Waal an einem Rittersitz (Burgstall) gelegen (+ Waalhaus),

Waal an einem festen Haus (Burgstall, Bergfried)

Sitz an urkundlich belegten Waal

Waal mit Graben und Schütt

Waal mit Wasserhaus

Waal an einem Burgstall gelegen

Waalstatt

Waal mit ritterlicher Behausung (Rittersitz, Schloss) nachweisbar

Sitz (Rittersitz, Schloss) an urkundlich belegten Waal

Waal an einem Burgstall gelegen

Waal an einem Burgstall gelegen

eine Veste (Burgstall) mit Waal

Sitz an urkundlich belegten Waal (Hof neben dem Waal)

Waal mit Graben und Schütt (urk. Wassergraben)

Waal - trugen vorher und nachher einen burgähnlichen Bau (Bergfried), Waalstatt

Waal an einem Rittersitz bzw. Schloss gelegen

Waalstat mit Graben und Schütt an einem Rittersitz bzw. Schloss gelegen

Hof neben dem Waal

Waal - trugen vorher und nachher einen burgähnlichen Bau

Waal mit ritterlicher Behausung nachweisbar

Waal ein einem Burgstall gelegen

Waalstatt

Waal - trugen vorher und nachher einen burgähnlichen Bau  (Rittersitz, Schloss)

Waal mit ritterlicher Behausung nachweisbar

Sitz an urkundlich belegten Waal

Waal - trugen vorher und nachher einen burgähnlichen Bau

Waal an einem Burgstall gelegen

Waal an Rittersitz (Schloss bzw. Veste)

Waal an einem Schloss gelegen

Waal an einem Burgstall gelegen

Waalstat

Waalstat

Waalstat

Waal an einem Schloss gelegen

Waal - trugen vorher und nachher einen burgähnlichen Bau

Waal mit Graben und Schütt - trugen vorher und nachher einen burgähnlichen Bau

Waal - trugen vorher und nachher einen burgähnlichen Bau (Rittersitz, Schloss, Wassersitz)

Eine Behausung mit Graben (Waal) und Schütt umfangen

 

 

 

Aquädukt über den Lohrbach

(Unterfranken)

Mancherorts wurde das Wasser auch mittels kleiner Sandsteinrinnen über Bäche geleitet.

 

 

Das Grabenbeil

(Wiesenbeil, Grabenhaue)

war das wichtigste Instrument des Wiesenbauern.

(Frammersbach/Unterfranken)

 

 

Stauwehr mit Gewindeschleusen und Schützen

(Staubretter)

(zwischen Partenstein und Krommenthal)

 

 

 

Wiesenwaal - Verteilerstelle

 (sogen. Schwemmwiesen)

 

Das Bewässern von Feldern und Wiesen ist ein Realrecht, das mit dem Grundstück verbunden ist. Das Verfügungsrecht über die fließenden Gewässer lag anfangs beim Grundherrn. Baubewilligungen mussten bei ihm eingeholt werden. Allmählich entstanden Personenverbände, die sich die Wasserrechte teilen, um die siedlungsnahen Felder zu bewässern. Wasserrechte werden in sehr präzisen Satzungen niedergeschrieben, finden Eingang in die Dorfordnungen (Weisthümer). Sie wurden jährlich öffentlich "verlesen" (vorgelesen / verkündet), damit sich keiner mit Nicht-Wissen bei einem Vergehen herausreden konnte.

Die "Gmein" (Interessentschaft) wählte den Waal- oder Baumeister und bestellte den Waaler. Der Waalmeister war für die Instandhaltung des Waales zuständig. Er ruft zur Hauptversammlung (Gmoan / Gmuan) auf, verrechnet die Schichten (Arbeitstage, die zur Instandhaltung anfallen), führt Buch über Spesen und Ausgaben. Mancherorts gab es zu einem Waal zwei Waalmeister, von denen jeder nur einen von zwei Schlüsseln besaß, mit denen sich das Dokumentenkästchen mit den verbrieften Rechten öffnen ließ. Ab dem 14. Jahrhundet wird sehr detailliert niedergeschrieben, wie viel jeder Bauer bei der "Gmoanorbat" zu leisten, bzw. wie viel Dienstboten er zu stellen hat. Das galt auch für adelige Mit-Interessenten: es herrschte gleiche Rechtsstufe aller "Wasserrechtsgenossen".

 

 

 

Wasserbleche

leiten das Wasser aus dem Waal in die Wiesenfläche

(sogen. Schwemmwiesen)

 

 

"Wassern", das Bewässern, ist eine Kunst für sich:

Art des Feldes, ob Wiese, Acker, Obstbäume

Art der Frucht und deren Wachstumszyklus

Beschaffenheit des Geländes wie Neigungswinkel

Unebenheiten, Ausdehnung

Struktur des Bodens

 

Das heißt, der Wasserer muss sein Feld gut kennen und er muss das Wasser bis in den letzten Zipfel hinausbringen. Im Frühjahr hat er "gewaalt, seine Wiesenwaale und Kehren geputzt und mit der Waalhau ausgehackt. Beim "'Wassern" schlägt er ein Wasserblech in den Wiesenwaal, in die Furche. Meist wird das Wasserblech mit der "Wasserhuuder" (Sackleinwand bzw. Lumpen) abgedichtet. Dadurch kommt das Wasser zum Überrieseln. Manchmal kann auch nur ein Brett oder eine Steinplatte verwendet werden. Je nach Frucht muss die Wassermenge genau dosiert werden. Rinnt das Wasser zu lange an einer Stelle, kann ein "Fuchs brechen", das heißt, eine kleine Mure bricht los und die Vegetationsschicht wird weggerissen. Für Schäden, die ein Wasserer in anderen Feldern verursacht, ist er verantwortlich und er muss sie beheben. Genauso ist er für sein Wasser während der Zeit, in der es ihm zusteht, verantwortlich. Ist das Wasser am unteren Ende des Feldes angelangt, muss "gekeart" werden: das Wasserblech wird ein paar Meter weiter neu eingeschlagen. Wird schlampig gewässert, kommt nach einiger Zeit ein "Brennfleck", ein brauner Fleck hervor: der lässt Pflanzen sterben.

 

 

Wasser-Rechen

(Äste, Laubwerk und Gras müssen regelmäßig entfernt werden, damit keine Wasserstauungen entstehen können)

 

 

Im Frühjahr ging Kornwasser vor Wiesenwasser, das heißt, das Bewässern der Äcker hatte Vorrang.

 

 

V I D E O

Wiesen-Waal

 

 

 

 


 
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